Mobbing – Infos und Tipps für Ihre Familie

Wichtig zu wissen

Mobbing ist kein normaler Teil des Aufwachsens und kein „harmloser Streit unter Kindern“. Jedes Kind hat das Recht, sich sicher, respektiert und angenommen zu fühlen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind von Mobbing betroffen ist, holen Sie Unterstützung. Je früher gehandelt wird, desto besser können Kinder geschützt und gestärkt werden. Mit Verständnis und Unterstützung kann Mobbing beendet werden und Kinder können wieder Vertrauen und Sicherheit gewinnen.

Was ist Mobbing?

Mobbing ist mehr als ein Konflikt oder eine Meinungsverschiedenheit. Von Mobbing spricht man, wenn jemand über einen längeren Zeitraum von einer Gruppe absichtlich ausgegrenzt, beleidigt, bedroht oder verletzt wird. Mobbing passiert nicht nur einmal, sondern wiederholt sich immer wieder. Oft besteht ein Ungleichgewicht von Macht: Die betroffene Person kann sich nur schwer selbst wehren.

Mobbing kann verschiedene Formen haben:

  • Beschimpfen, Auslachen oder Beleidigen
  • Ausgrenzen und Ignorieren
  • Verbreiten von Gerüchten
  • Drohungen oder Einschüchterungen
  • Körperliche Angriffe
  • Cybermobbing über soziale Medien, Chats oder Online-Spiele
Mädchen weint mit Hand vor dem Gesicht und Handy in der Hand. Im Hintergrund sind verschwommen zwei Kinder zu sehen. (c) Magnific
Trauriger junge sitzt auf eine Schaukel und verdeckt sein Gesicht mit den Händen. (c) Magnific

Woran erkenne ich Mobbing?

In Österreich ist fast jedes 10. Kind von Mobbing betroffen. Doch nicht jedes erzählt von seinen Erfahrungen. Dies kann unterschiedliche Gründe haben: Manche schämen sich, haben Angst oder möchten ihre Erziehungsberechtigte nicht belasten.

Mobbing kann verschiedene Auswirkungen auf Kinder haben – emotionale, gesundheitliche und auch soziale. Deshalb lohnt es sich, auf Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes zu achten.

Wird Mobbing nicht erkannt und beendet, können Kinder ein geringes Selbstwertgefühl entwickeln oder auch später Schwierigkeiten haben, Vertrauen aufzubauen und positive Beziehungen zu gestalten.

Mögliche Anzeichen können sein:

  • Das Kind wirkt traurig, ängstlich oder niedergeschlagen.
  • Es zieht sich zurück und trifft sich weniger mit Freundinnen und Freunden.
  • Es möchte nicht mehr in die Schule oder Betreuung gehen.
  • Die Leistungen in der Schule verschlechtern sich plötzlich.
  • Es klagt häufig über Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafprobleme.
  • Persönliche Gegenstände gehen verloren oder werden beschädigt.
  • Das Kind wirkt nach der Nutzung von Handy oder Computer besonders belastet.
  • Es verliert das Vertrauen in sich selbst.

 

‼️ ABER: Ein einzelnes Anzeichen bedeutet noch nicht automatisch, dass Ihr Kind gemobbt wird. Treten jedoch mehrere Veränderungen gleichzeitig auf oder halten die Veränderungen länger an, sollten Sie genauer hinschauen.

Was kann ich als Erziehungsberechtigte:r tun?

💬 Das Gespräch suchen

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie für es da sind. Hören Sie aufmerksam zu und nehmen Sie seine Gefühle ernst.

Hilfreiche Sätze können sein:

  • „Ich merke, dass dich etwas belastet.“

  • „Du musst das nicht alleine schaffen.“

  • „Ich glaube dir.“

  • „Gemeinsam finden wir eine Lösung.“

❗Keine Vorwürfe

Vermeiden Sie Vorwürfe oder vorschnelle Ratschläge. Oft brauchen Kinder zuerst das Gefühl, verstanden zu werden. 

🧘Ruhe bewahren

Auch wenn die Situation belastend ist: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Ihr Kind braucht jetzt Unterstützung und Sicherheit.

💡 Gemeinsam Lösungen suchen

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Schritte hilfreich sein könnten. Wichtig ist, das Kind in Entscheidungen einzubeziehen und nichts gegen seinen Willen zu tun, sofern keine unmittelbare Gefahr besteht.

☎️ Kontakt zu Schule oder Betreuung aufnehmen

Mobbing darf nicht ignoriert werden. Suchen Sie das Gespräch mit Lehrpersonen, pädagogischen Fachkräften oder der Schulleitung. Gemeinsam können Maßnahmen entwickelt werden, um das Kind zu schützen und die Situation zu verbessern.

📸 Beweise sichern

Gerade bei Cybermobbing sollten Nachrichten, Fotos oder Screenshots gespeichert werden. Sie können später wichtig sein, um Vorfälle nachzuweisen.

Wie kann ich mein Kind stärken?

Kinder profitieren davon, wenn sie erleben, dass sie ernst genommen und unterstützt werden.

Hilfreich kann sein:

  • Zeit für Gespräche schaffen
  • Zeit für gemeinsame Aktivitäten
  • Freundschaften fördern
  • Hobbys und Interessen unterstützen
  • Erfolge und Stärken hervorheben
  • Das Selbstvertrauen stärken
  • Einen respektvollen Umgang miteinander vorleben
hand-838975

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr eigenes Kind andere Kinder mobbt?

Rat auf Draht – Elternseite bietet hierzu weitere Informationen und kann erste Anlaufstelle sein: https://elternseite.at/de/themen/wenn-das-eigene-kind-andere-mobbt

Mädchen hält sich Blatt vor das Gesicht mit einem gezeichneten, wütenden Gesicht. (c) rawpixel.com

Schnell gefunden: